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Orpiment aus Nevada, USA

Weltbester Fund von Auripigment
Die Twin-Creeks Mine ist die drittgrößte Goldmine Nordamerikas und wird seit 1997 von der Newmont Mining Corporation betrieben. Im Jahre 1999 wurde durch Zufall bei den Minentätigkeiten eine Zone mit exzellent kristallisiertem Orpiment entdeckt. Durch Heranziehen der Expertise eines auf die Bergung von Sammlermineralien spezialisierten Unternehmens, der Firma Collector’s Edge Minerals, inc., konnte ein weltweit aufsehenerregender Fund für die Mineraliensammler vor den Brecheranlagen bewahrt werden. Zwar wurden zunächst Teile der Funde durch Sprengungen in diesem Bereich beschädigt (die Amerikaner sprechen hier von „collateral damage“), dennoch konnten im sog. ‚Cut 62’ erste Top-Stücke geborgen werden. Im Laufe des Jahres wurde dann planmäßig und mit großer Rücksichtnahme auf eventuelle Sammlerstufen der Abbau des Auripigments fortgesetzt. In den tieferen Schichten dieses Grabungsabschnitts (‚cut 62’) sind dann zunehmend gut kristallisierte Orpimente zum Vorschein gekommen. Meist treten diese Kristallisationen in kleinen Hohlräumen (‚Pockets’) mit Durchmessern von nur bis zu etwa 40 cm auf. Einige dieser Orpiment-Stufen zeigen nicht die typische gelborange Färbung, sondern sind etwas dunkler gefärbt. Untersuchungen dieser Stufen haben ergeben, daß diese Färbung auf mikroskopisch kleine Pyrit-Partikel zurückzuführen ist. Die Bezeichnung Auripigment wird in der heutigen Mineralogie offiziell nach der IMA (International Mineralogical Association) durch den Begriff Orpiment abgelöst und ist damit identisch mit der angelsächsischen Bezeichnung. Der seit dem Altertum gebräuchliche und aus dem lateinischen abgeleitete Name Auripigment (von lat. Aurum = Gold, pigmentum = Farbe) wird erstmals bei Plinius dem Älteren erwähnt und spielt auf die goldgelbe Farbe des Minerals an, welche dieses zum geschätzten Pigment zur Imitation von Gold in Kunst und Malerei werden ließ. Der italienische Renaissance-Maler Cennino Cennini (* ca. 1370 – 1440, Florenz) schrieb in seinem berühmten kunsthandwerklichen Buch Libro dell'Arte, der Auripigment gleiche "… dem Gold wie keine andere Farbe". Auch heute noch erfreut sich gerade das aus dem natürlich vorkommenden Mineral hergestellte Pigment bei Restauratoren einer großen Beliebtheit. Zu den zahlreichen histororischen Synonymen des Minerals zählen u.a. Arrhenicum, Arsenblende, Arsenikon, Arsengelb, Gelber Arsenik, Gelbes Schwefelarsen, lat. Arsenum sulfuratum flavum, Arsenum trisulfuratum, Arsenum citrium, Operment, Rauschgelb oder auch Königsgelb. Als ein Arsenmineral muß beim Auripigment auch auf die Giftigkeit hingewiesen werden – nach Berühren des Minerals ist ein gründliches Händewaschen anzuraten. Zwar handelt es sich bei dem Mineral um ein schwerlösliches Sulfid und wäre damit als mindergiftig anzusehen – aus dem seit der Antike betriebenen Bergbau des Pigmentes wird jedoch schon seit jeher auch vor dessen Giftwirkung gewarnt – vermutlich ist diese auf Spuren von Arsenik (=Arsenoxid, As2O3) im Mineral zurückzuführen. Es ist also Vorsicht im Umgang geboten (Händewaschen, Fernhalten von Kindern), die Toxizität sollte dabei jedoch auch nicht überbewertet werden, solange die Stufen ihren Platz in der Sammlung oder Vitrine gefunden haben.Literaturhinweise
Bryan K. LeesOrpiment – From the Twin Creeks Mine, Humboldt County, Nevada. Mineralogical Record 31(4), S.311-331.