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Roselith aus Marokko

Die Aghbar Mine im Anti-Atlas Gebirge
Das marokkanische Bergbaurevier Bou Azzer liegt südlich von Quarzazate im Anti-Atlas Gebirge. Das Revier besteht aus mehreren Cobalt-Nickel-Silber-Minen, die sich über ein Gebiet von etwa 30 km erstrecken. Die hier vorgestellten Roselithe kommen aus der Aghbar Mine, die die bislang weltweit besten Stufen dieses Minerals hervorgebracht hat. Diese Funde zeichnen sich durch ihre wunderschöne violettrote Farbe mit wasserklaren, spieß- oder linsenförmigen isometrischen Kristallen aus, die meist auf einer hellen Dolomitmatrix aufgewachsen sind. Doch neben dem Roselith wurden auch weitere Kobalt-Nickel Mineralien in einmaliger Qualität gefunden - so z.B. Erythrin, Skutterudit, Cobaltin, Gersdorffit, Rammelsbergit und Nickelin. Die Oxidationszonen entlang der Ni-Co-Mineralisation hat sich als außerordentlich variabel erwiesen. Die Erzgänge kommen vor allem in der Kontaktzone zwischen einem Serpentinit und anderen Gesteinsarten vor. Der Roselith, übrigens nicht nach der Farbe, sondern nach dem Mineralogen Gustav Rose benannt, ist chemisch gesehen ein Calcium-Cobalt-Arsenat mit der Formel Ca2Co(AsO4)2·2H2O. Diese Zusammensetzung stellt allerdings nur das Endglied einer Mischkristallreihe mit dem magnesiumhaltigen Endglied Wendwilsonit, Ca2Mg(AsO4)2·2H2O, dar. Je nach Cobaltgehalt sollte das Mineral demnach als Roselith oder Wendwilsonit angesprochen werden - eine Unterscheidung nach äußeren Kennzeichen wie Farbe, oder Kristallform ist nicht möglich. Der Cobaltgehalt lässt sich praktisch nur mithilfe aufwändiger EDX-Analysen bestimmen. Weiss et al. (2002) berichten für einige Funde aus der Aghbar-Mine einen recht hohen Magnesiumgehalt bzw. teilweise sogar eine Zonierung des Magnesiumgehaltes innerhalb einzelner Kristalle. Literatur
Jahn, S.; Bode, R.; Lyckberg, P.; Medenbach, O. & Lierl, H.-J. (2003): Marokko – Land
der schönen Mineralien und Fossilien. Bode Verlag.
Weiß, S.; Lengauer, C. L.; Parodi, G.-C. (2002): Roselith, Wendwilsonit und kobalthaltiger Talmessit aus Bou Azzer, Marokko. Lapis 27 (1), S. 37.