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Vanadinit aus Marokko

Mibladen - Mekka des Vanadinit
Der Fundort Mibladen in Zentral-Marokko ist zweifellos die weltweit beste und berühmteste Vanadinit-Fundstelle. Das Gebiet der ACF-Mine liegt etwa 15 km südlich von Midelt, Hauptstadt der Provinz Khenifra. Bis 1976 wurden hier noch im Tagebau Bleierzvorkommen abgebaut. Nachdem diese jedoch weitgehend erschöpft waren und die Weltmarktpreise für Blei sanken, wurde der Abbau eingestellt. Das wichtigste abbauwürdige Bleierz war dabei Galenit (Bleiglanz). Daneben kommen in der Oxidationszone der Bleimineralisation vor allem Anglesit, Cerussit und Vanadinit vor. Revival einer tot geglaubten Fundstelle
Aus seinem Dornröschenschlaf aufgeweckt wurde Mibladen erst wieder 1999 durch einige herausragende Funde erstklassiger Vanadinit-Stufen. Dadurch wurde ein wahrer Vanadinit-Rausch ausgelöst, in dessen Folge zeitweise bis zu tausend Mineraliensammler das Gebiet in eine Kraterlandschaft verwandelt haben. Inzwischen scheint der Vanadinit-Rush der letzten Jahre jedoch schon wieder zu versiegen, so daß nur noch wenige gute Stufen auf dem Mineralienmarkt erhältlich sind. Wichtiges Vanadiumerz
Der Name des Minerals Vanadinit und des Elements Vanadium (nach Franz v. Kobell 1838) geht auf die in der nordischen Mythologie vorkommende Göttin Freya (Vanadis) zurück, die dem Geschlecht der Vanen entstammt. Der Vanadinit ist neben dem Carnotit ein wichtiges Vanadium-Erz. Vanadium dient als ein wichtiges Legierungselement im Stahl, das die Festigkeit und Zähigkeit erheblich erhöhen kann. Der Vanadinit kristallisiert - wie Apatit, Pyromorphit und Mimetesit - hexagonal dipyramidal. Oftmals finden sich einfache hexagonale Prismen als Kristallformen. Bruder des Pyromorphits
Die Kristallstruktur des Vanadinits ist praktisch identisch mit der des Pyromorphits, dabei sind jedoch die Phosphat-Tetraeder durch Vanadat-Tetraeder [VO4]3- ersetzt, so daß sich die chemische Zusammensetzung Pb5(VO4)3Cl ergibt. Wie im verwandten Pyromorphit kann auch im Vanadinit das Vanadium teilweise durch Phosphor oder Arsen ersetzt sein. Daher kann auch die Farbe der Vanadinite je nach Gehalt weitere Anionen stark variieren - von bräunlich gelb bis zu einem tiefen Rubinrot. Die Kristalle der Vanadinite von Mibladen (übrigens aus der Berbersprache wörtl. "Ort der Steine") weisen meist einen tafeligen Habitus mit kurzen Prismenflächen. Oftmals finden sich Vergesellschaftungen mit Baryt, Galenit oder Wulfenit. Literatur
Gutzmer, J. & Cairncross, B. (2003): Visite in Mibladen, Marokko, dem "Ort der
Steine". Lapis 28(12), 13-18.
Jahn, S.; Bode, R.; Lyckberg, P.; Medenbach, O. & Lierl, H.-J. (2003): Marokko – Land
der schönen Mineralien und Fossilien. Bode Verlag.
Tausend, K.H. & Hochleiter, R. (1984): Eigentümliche Vanadinit-Kristalle aus
Marokko. Lapis 9(12), 42.
Voileau, A. & Chaminant, G. (1978): Der Vanadinit von Mibladen. Lapis 3 (6), 24f-26.